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18.07.2013
Regionaler Naturpark: Geschäftsstelle eröffnet

Auf Ende August erwartet der Regionale Naturpark Schaffhausen grünes Licht vom Bundesamt für Umwelt. Nachher beginnt die Errichtungsphase des Parks.

 

von Erwin Künzi

Arbeiten in der Geschäftsstelle des Regionalen Naturparks Schaffhausen: Bianca Haselbeck, Lina Kamleiter, Thomas Hofstetter, Bernhard Egli und Christoph Müller. Hans Rudolf Meier ist Präsident des Naturpark-Trägervereins (v. l.).Bild Selwyn Hoffmann

Gestern Dienstagmorgen, 1 Uhr: Bereits zum fünften Mal ist Bernhard Egli unterwegs auf der Suche nach dem Glögglifrosch, dem Tier des Jahres 2013 in der Schweiz. Bisher war seine Suche erfolglos, doch da, in der Stockerhau, auf der Strecke Wangental–Rossberghof, hört er ihn, den hellen Ruf der Gemeinen Geburtshelferkröte, der ihr die Bezeichnung «Glögglifrosch» eingetragen hat. Und der Ruf ertönt von drei verschiedenen Orten her. «Das heisst, es müssen sich hier drei Männchen und daher auch noch drei Weibchen aufhalten, was aussergewöhnlich ist», erklärt Egli. Dieser war nicht als Privatmann unterwegs, sondern im Rahmen des Artenförderungsprojekts «Glögglifrosch» des Regionalen Naturparks Schaffhausen (RNS).

Besuch aus Bern

Dieses Projekt ist nur eines von vielen, die zurzeit während der Vorbereitungsphase des RNS in Angriff genommen werden. Das weitere Schicksal des RNS entscheidet sich in diesen Tagen: Ende Mai war während zweier Tage eine Delegation des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) im Kanton Schaffhausen zu Besuch, um zu prüfen, ob der RNS die Anforderungen an einen Naturpark erfüllt, und um sich über die im Managementplan aufgeführten Projekte zu informieren. Zusätzlich mussten die RNS-Verantwortlichen einen ausführlichen Fragenkatalog beantworten. Ende August fällt die Geschäftsleitung des Bafu den Entscheid, ob der RNS als Kandidat für einen Naturpark durch den Bund anerkannt wird und damit die vierjährige Errichtungsphase gestartet werden kann. Hans Rudolf Meier, Gemeindepräsident von Wilchingen und Präsident des RNS-Trägervereins, blickt dem Entscheid aus Bern gelassen entgegen: «Die Signale, die wir erhalten haben, sind positiv», erklärte er gestern. Ein Grund für seine Zuversicht ist auch die Erklärung aller Gemeinderäte der am RNS beteiligten Gemeinden: Sie haben nochmals zuhanden des Bafu bekräftigt, dass sie voll und ganz hinter dem Naturpark stehen. Dieser hat seit gestern auch eine Geschäftsstelle. Diese befindet sich in der Gemeindeverwaltung in Wilchingen (siehe Kasten auf dieser Seite). Dass sie gerade in dieser Gemeinde eingerichtet wurde, ist kein Zufall: Sie liegt im Parkgebiet, womit die Nähe zur Bevölkerung und zu den Projektpartnern gegeben ist. Ein weiterer Vorteil ist der kurze Weg zwischen den Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle (sie teilen sich 110 Stellenprozente) und dem Präsidenten des RNS-Trägervereins. Erstere sind bereits in verschiedenen Naturparkprojekten engagiert, so etwa beim Projekt «Natur- und kulturnaher Tourismus im Schaffhauserland», wo nächsten Freitag mit der Ausarbeitung eines Konzeptes begonnen wird, und beim Fledermausprojekt, wo unter anderem im Internet Grosse Mausohren-Fledermäuse beobachtet werden können (www.naturpark-schaffhausen.ch).

Standort Gemeindehaus «Storchen» in Wilchingen Erreichbarkeit Montag/Dienstag (Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung), sonst nach Absprache Telefon/Mail 058 934 55 79, info(at)naturpark-schaffhausen.ch Mitarbeitende Christoph Müller (Geschäftsführer), Bernhard Egli (Projektleiter), Thomas Hofstetter (Projektleiter/Kommunikation), Lina Kamleiter (Projektmitarbeit) und Bianca Haselbeck (Praktikantin)