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05.06.2010
Das Hoftheater zu Gast in Wilchingen

Mit der Gaunerkomödie „Zwei wie Bonnie und Clyde…denn sie wissen nicht wo sie sind“ gastierte das Hoftheater auf seiner 5 Monatigen Tournee am letzten Donnerstag in Wilchingen.

Seit 5 Jahren tourt das Hoftheater von April bis September durch die ganze Schweiz. An 29 Orten in 18 verschiedenen Kantonen ist die Erfolgsproduktion unterwegs, um auf eine höchst unterhaltsame Art, die Konsumenten mit den Produzenten, also die Kunden mit den Bauern zu verbinden. In Wilchingen gastiert das Hoftheater bereits seit 4 Jahren auf dem Klettgauerhof bei Regula und Bernhard Gysel, wo die Scheune jedes Mal zum Restaurant und zum Theatersaal umgerüstet wird. In dieser heimeligen Atmosphäre, in wettertauglicher, bequemer Kleidung darf auf Strohballen Platz genommen und auf völlig ungezwungene Art ein fröhlicher Abend erlebt werden. Am vergangenen Donnerstag, bei kühlen Temperaturen, wurde der Spatz aus der Gamelle, der von der Hofküche angeboten wurde, von den Besuchern sehr geschätzt und mit Hochgenuss verzerrt. Auch die anderen Menus, bis hin zum hausgemachten Kuchen fanden reissenden Absatz und guten Anklang.

Als sich die Theaterbesucher dann auf die aus Strohballen geformten Ränge begeben hatten, begrüsste die Gastgeberin Regula Gysel in ihrer gewohnt herzlich, liebevollen Art die Gästeschar und stellte die Equipe und die Produktion des Hoftheaters vor, bevor dann das Gaunerpärchen Chantal und Mani ihr Unwesen trieben.

Die beiden Schauspieler, Stefanie Hargitay und Christoph Matti, unterhielten während 90 Minuten die Zuschauer auf äusserst amüsante Weise. Nach einem Banküberfall verstecken sich Chantal und Mani in einer verlassenen Scheune und feiern ihren Triumph. Während Chantal von einer Hochzeit in Las Vegas träumt, freut sich Mani darauf, mit dem ergaunerten Geld die Einarmigen Banditen zu füttern…die Träume der Beiden platzen wie eine Seifenblase, als sie die Tüte mit der Beute ausschütten, denn leider hat sich Chantal statt der Geldtüte, die Einkaufstüte einer alten Dame geschnappt. Mit einem Pack Kaffeebohnen, zwei Rollen Klopapier, zwei Fertiggerichten und langen Gesichtern stehen die Beiden nun in dieser verlassenen Scheune, von der sie nicht mal wissen, wo sie steht…denn auf der Fluchtfahrt hat Chantal die Orientierung verloren, weil sie die Karte mit jeder Richtungsänderung gedreht hat…und so gingen die Pannen bis hin zum dritten Banküberfall weiter nur der Erfolg, Beute zu machen, blieb aus. Als gesuchte Verbrecher wollten sie nun getarnt in anderer Kleidung flüchten und endlich sind sie mal erfolgreich, denn sie finden in einer alten Milchtanse Kleider und…einen Sack voller Geld! Das Happy End geht jedoch leider zu Gunsten der Polizei aus, denn die Handschellen klicken, bevor sich Chantal und Mani über die Grenze- oder ins Ausland absetzen konnten.

Die Charaktere der beiden Figuren wurden perfekt von den Schauspielern dargestellt und bis hin zur Mimik unmissverständlich gespielt. Stefanie Hargitay, in der Rolle der naiven, dümmlichen Chantal, die auch gerne mal blickdichte, statt reissfeste Strümpfe als Maske für den Überfall besorgt, war einfach brillant. Den absoluten Macho, der alles besser weiss, aber eigentlich kein bisschen Schlauer ist als seine Partnerin, nahm man dem hervorragenden Christoph Matti in jeder Episode ab. Es ist eine Höchstleistung, zu zweit, während 90 Minuten auf der Bühne zu stehen und eine Handlung zu spielen, vor einem Bühnenbild, das aus zwei Paravents, einem Tisch, einem Stuhl und einer Rückbank eines VW Busses besteht. Hut ab vor diesen beiden brillanten Mimen!

Auch der Familie Gysel und ihren Helfern gehört ein dickes Kompliment für die Organisation dieses tollen Anlasses, der hoffentlich im nächsten Jahr wieder stattfinden wird…