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05.09.2012
Külling AG: Betriebsbesichtigung der Industriegruppe Klettgau

Die Industriegruppe Klettgau, eine Untergruppe der Industrie- & Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen (IVS), traf sich am vergangenen Freitagabend zur Generalversammlung und zu einer Betriebsbesichtigung in Wilchingen.

 

 

Bericht und Bild von Theo Kübler

Wilchingen «Es ist kein Zufall, dass wir uns hier treffen, auf dem neu gestalteten Bahnhofsareal der Station Wilchingen Hallau», so die Begrüssungsworte des Präsidenten der Industriegruppe Klettgau und Geschäftsführers der IVS, Martin Kessler. «Nach zehn Jahren Stillstand sind nun endlich Strasse und Schiene entflechtet, nicht zuletzt dank Hartnäckigkeit und Ausdauer gegenüber der ‹Uninteressiertheit› der DB. Jetzt sind wir mit dem neuen Drehpunkt für Bus und Bahn einen schönen Schritt weiter, um den Klettgau nicht zu einem Museum verkommen zu lassen.»

Im Rahmen der anschliessenden Betriebsbesichtigung erfuhren die Anwesenden von Geschäftsführer Rolf Külling alles über die gleichnamige «Dynastie» und somit über die ganze Firmengeschichte.

In vierter Generation

Vor über 100 Jahren begann Hans Wanner mit viel Erfolg, kleine Zementteile, wie zum Beispiel Fensterbänke, zu giessen. 1920 machte er mit dem ersten Lastwagen im Klettgau von sich reden. Durch die Heirat seiner Tochter 1937 wurde die Firma zu Külling-Wanner, 1978 zur Külling AG. Heute arbeiten die Küllings in vierter Generation in ihrem Betrieb. Sie haben sich den Marktverhältnissen angepasst und sich auf die Produktion von Treppen, Platten und Elementen im Verbund mit Kunststein spezialisiert. «Da sind wir sehr flexibel und können auf die speziellen Kundenwünsche eingehen», erklärt Külling nicht ohne Stolz. «Wir haben 60 Angestellte, die wir übrigens nur mit grosser Mühe finden. Es werden täglich 35 bis 40 m3 Beton verarbeitet. Unsere Produkte liefern wir zu 80 Prozent in den Kanton Zürich.» In einer nagelneuen Maschine fräst eine rotierende Scheibe vollkommen computergesteuert einen Treppenrohling zum Glanzstück. Eventuelle Abweichungen vom Plan werden millimetergenau weggeputzt. Ein Wassernebel sorgt für einen staubfreien Arbeitsplatz. Das Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet. Alex, natürlich auch ein Külling, triumphiert während des Apéros: «Das ist erst die dritte Treppe, die jetzt bearbeitet wird!» Im Restaurant Gemeindehaus heisst der Wilchinger Gemeindepräsident Hans Rudolf Meier die Gesellschaft willkommen und nutzt die Gelegenheit, den Gästen die Gemeinde etwas näherzu- bringen. Er beklagt, dass Wilchingen im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kanton unterdurchschnittlich wachse, dafür hebt er hervor, dass hier vor allem und fast nur die SVP und die FDP das Sagen haben. Das Gewerbe von Wilchingen sei leider etwas baulastig, was jetzt bei der stürmischen Einwanderung sehr gut sei, doch das könne sich ja einmal ändern … Dann, um 20.15 Uhr, ergreift Martin Kessler das Wort: «Wir kommen zur GV.» Der Jahresbericht und die Rechnung mit einem kleinen Gewinn werden einstimmig durchgewinkt. Die Wiederwahl des unveränderten Vorstandes ist ebenfalls unumstritten. Benno Reichmuth verkündet: «Unsere neue Homepage geht Mitte November online», und Rolf Tanner meint zum Thema Strombörse: «Es geht zwar weiter, aber man muss in langsamen Zügen verhandeln …» Mehr ist an der GV nicht zu erfahren, ausser dass die Gewerkschaften mit ihren Lohnforderungen offenbar den Ernst der Wirtschaftslage nicht begriffen hätten und dass die wirklich spannenden Themen, wie zum Beispiel «Wie reagieren wir am besten auf neue Situationen, Verträge oder Beschlüsse aller Art?», erst Mitte November besprochen werden. – Doch dann ist man unter sich, in vertrautem Kreise der Industriegruppe Klettgau. Beim anschliessenden feinen Nachtessen und einem Gläschen «Wilchinger» streckt sich der Abend für einige doch noch recht in die Länge.