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02.08.2012
«Wir wollen Prewo wieder ein Gesicht geben»

Interview Jakob «Vino» Stoll, Präsident des Prewo-Vereins zur regionalen Entwicklung von Wilchingen-Osterfingen-Trasadingen

Mit der überraschenden Kündigung des Prewo-Geschäftsleiters Daniel Zollinger hat das Projekt zur regionalen Entwicklung von Wilchingen-Osterfingen-Trasadingen einen herben Rückschlag erlitten. Prewo-Vereinspräsident Jakob Stoll erklärt, wie es dazu kam und wie es weitergehen soll.

von Hans-Caspar Ryser - erschienen in den Schaffhauser Nachrichten vom 28.07.2012

Herr Stoll, hat Sie die Kündigung des Prewo-Geschäftsleiters Daniel Zollinger auf dem linken Fuss erwischt, oder hatten Sie vorgängig Signale in diese Richtung erhalten?

Jakob Stoll: Sowohl der Vereinsvorstand als auch ich waren im ersten Moment betroffen. Dies umso mehr, als wir überzeugt waren, mit Daniel Zollinger die ideale Besetzung für diese neu geschaffene Funktion gefunden zu haben. Anzeichen gewisser Schwierigkeiten waren in den letzten Wochen zum Teil erkennbar.

Welche Auswirkungen zeitigt der Rücktritt von Daniel Zollinger auf die Projektumsetzung?

Stoll: Nach all den Jahren engagierter und auch erfolgreicher Projektarbeit erhofften wir uns im Vorstand, mittelfristig operativ etwas in den Hintergrund zu treten und künftig mehr eine beratend unterstützende Funktion zu übernehmen. Nun ist in einer Übergangslösung die operative Leitung weiter zu gewährleisten. Dies in enger Absprache mit den Projektträgern und weiteren im Projekt involvierten Personen und Organisationen.

Als Grund für seinen Rücktritt gab Zollinger an, dass seine Tätigkeit in der Prewo-Geschäftsstelle nicht seinen Vorstellungen entsprochen habe. Was ist da falsch gelaufen? Entsprach der in Aussicht gestellte Aufgaben- bereich nicht dem tatsächlichen Auf-gabenbeschrieb?

Stoll: Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das Anforderungsprofil und der Tätigkeitsbeschrieb bei der Stellenausschreibung dem tatsächlichen, sehr anspruchsvollen Aufgabenbereich entsprochen haben. Wir wurden bei der Erstellung des Anforderungsprofils auch von unserem Projektberater gut unterstützt. Es war uns allen bewusst, dass der neue Geschäftsführer eine sehr grosse Bandbreite an Managementaufgaben abzudecken hat. Dies selbstverständlich in enger Absprache mit allen im Projekt involvierten Kreisen. Eine One-Man-Show stellten wir uns dabei selbstverständlich nicht vor. Im Nachhinein stellen wir fest, dass sich der neue Geschäftsführer der Komplexität dieser neuen Aufgabe allenfalls etwas zu wenig bewusst war.

Was wäre überhaupt seine Aufgabe als Prewo-Geschäftsführer gewesen?

Stoll: Die anforderungsreiche Aufgabe beinhaltet insbesondere die Umsetzung aller Haupt- und Teilprojekte. Dabei überwiegt die operative gegenüber der strategischen Tätigkeit. Wichtig ist dabei, stets den Überblick über die vielen Haupt- und Teilprojekte zu bewahren und diese schliesslich zu einem Ganzen zu vereinen. Von grosser Bedeutung ist auch, das Projekt gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit gut zu vertreten und dabei dem Prewo-Projekt ein Gesicht zu geben.

Ist der neue Geschäftsleiter allenfalls bei einzelnen Projektträgern und -beteiligten aufgelaufen?

Stoll: Nein, aufgelaufen ist er nicht, da Teilprojekte wie beispielsweise das ausgebaute Fasshotel in Trasadingen oder die Apérogruppe bereits weit fortgeschritten waren. Dies trifft auch auf die Hauptprojekte Weinwelt Wilchingen und Ausbau der Bergtrotte Osterfingen zu.

Welche Lehren ziehen Sie daraus?

Stoll: Schwierig zu beantworten. Sicher ist nach wie vor, dass die Person engagiert und visionär sein und viel Managementerfahrung mitbringen muss.

Wie geht es nun weiter? Worin besteht die Übergangslösung?

Stoll: Wir hoffen, bis Mitte September einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen präsentieren zu können. Ansonsten werden wir mit den bestehenden Strukturen im Vorstand, mit den Projektträgern und beteiligten Organisationen die Projektumsetzung vorantreiben. Dies betrifft insbesondere den Bereich Übernachtung mit dem Fasshotel und den Bed-and-Breakfast-Angeboten, dann aber auch die Aktivitäten der Wein Welt Wilchingen oder den Ausbau der Bergtrotte Osterfingen. Öffentliche Aufgaben umfassen beispielsweise die Themen- und Erlebniswege. Für die neuen Angebote werden die Marketingmassnahmen umgesetzt.