News

Diese Seite drucken (in neuem Fenster)
08.10.2013
Hans Ritzmann 80 Jahre 13. Oktober 2013

 

         

 

Am 13. Oktober 1933 erblickte Hans Ritzmann als drittes Kind von Rosina und Albert Ritzmann – Bächtold das Licht der Welt im „Underdorf“ in Wilchingen. In seinem Werk „Tuusig Johr“ schildert unser Wilchinger Mundartdichter dieses Ereignis in perfekter Wilchinger Mundart:

„Won ich am drizehte Oktoober vom Johr 1933 im Underdoorff z Wilchinge uf d Wält cho bi, häpme eka grooss Wäses pmacht derwäge. Neemert hät en Kanooneschuss abloo, und au e Musik isch nid cho ufspile. S ischt au nid nöötig gsii, ich hett doch nüüt ghaa dervo. De Kanoneschuss hani übrigens dän am zwanzgerschte Geburtstag als Kanoniir wäred minere Artillerii Regruuteschuel im Wallis sälber chöne noohole, und Musik für mich isch spööter au no pmacht woorde“.

Hans Ritzmann blieb Wilchingen, heute unsern zwaa Dörfern Wilchingen und Osterfingen, immer treu und er leistete für unser Dorf Grossartiges. Schon als junger Bauer interessierte er sich für das Gemeinwesen. Mit 27 Jahren, von 1960 bis 1965 war er Gemeindeschreiber und mit 32 Jahren, 1965 wählten ihn die Wilchingerinnen und Wilchinger zum Gemeindepräsidenten. In diesem Amt war er 26 Jahre lang, bis 1991 sehr engagiert tätig. Nach Abschluss seiner politischen Laufbahn wählte ihn das Kantonsparlament als Kantonsrichter.

Sein grosses politisches Engagement fand mehr oder weniger in einer Zeit des Aufschwungs und der Hochkonjunktur statt. Bald nach seinem Amtsantritt als Gemeindepräsident musste im Klettgau das Abwasserproblem gelöst werden. Der Abwasserverband Klettgau entstand. Dessen Bau- und Betriebsausschuss präsidierte Hans Ritzmann bis 1991. Auf seine Initiative entstanden in der alten Schule das Heimat- und Dichtermuseum und unser sel. Ehrenbürger Dr. Kurt Bächtold verfasste 1988 die Wilchinger Geschichte, dank Hans Ritzmanns grossem Engagement, seiner Mithilfe bei den Recherchen und der gekonnten Bebilderung. In seine Amtszeit fielen auch der Bau des Verwaltungs- Bank- und Postgebäudes „Storchen“, die Schulhauserweiterung, der Wärmeverbund und die Sportanlage Betten. Während seiner Amtszeit wurde die politische Arbeit nicht einfacher. Verfahren und Prozesse wurden in dieser Zeit laufend komplexer und aufwändiger.

Jubilar Hans Ritzmann war nicht nur ein begnadeter Gemeindepräsident. Er war und ist auch ein begnadeter Mundartdichter. Das dichterische Quellwasser, welches unser verstorbene Ehrenbürger Dr. Kurt Bächtold so prosaisch beschrieb, scheint seine Wirkung auch auf Hans Ritzmann übertragen zu haben. Mit ihm lebt die mit Berta Hallauer, Albert Bächtold und Ruth Blum begonnene Wilchinger Dichtertradition weiter. 1985 legte Hans Ritzmann mit „Noch bin ich mit meinen Reben- mit meinen Gedanken allein“ seinen ersten feinsinnigen Lyrikband vor. 1991 folgte mit „Jedem Schritt auf meinem Gange“ ein zweiter Band. 2002 erschien dann unter dem Titel „Nächte sind wie Frauen“ sein drittes von Linda Grädel illustriertes Werk. 2006 schildert er in „Unter fremden Lichtern“ seine Reiseeindrücke aus aller Welt und 2008 setzte Hans Ritzmann in „Das Winzerjahr“ sozusagen den Schlusspunkt unter seine Lyrikbände. Heute beschäftigt er sich mit dem Schreiben von Mundartgeschichten aus seinem Heimatdorf. Das was er in seinem ersten Band „Tuusig Johr“ so gekonnt in unsere Mundart fasste, findet in seinem neuesten Werk „Ab Aug, ab Härz“, welches am 20. Oktober 2013 anlässlich einer Vernissage im Restaurant Gemeindehaus Wilchingen vorgestellt wird, seine Fortsetzung.

Wir Wilchingerinnen und Wilchinger sind stolz auf unseren Hans Ritzmann und wir gratulieren dir lieber Hans alle von ganzem Herzen zu deinem 80. Geburtstag, verbunden mit den besten Wünschen für Gesundheit, Wohlergehen und weiterhin dichterischen Erfolg.
Hans Rudolf Meier, Gemeindepräsident