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15.04.2013
40 Jahre Schützenverein Wilchingen - Osterfingen wurden gefeiert

Viele Vereinsdelegationen, Gäste aus der Politik und Freunde des Vereins konnte Präsident Hanspeter Deuber zur Vierzig Jahr Jubiläumsfeier des Schützenvereins Wilchingen/ Osterfingen begrüssen. Nicht das erst seit vierzig Jahren geschossen würde in den beiden Dörfern, aber die Zusammenlegung des Militärschiessvereins Wilchingen und des Schützenvereins Osterfingen wurde vor vierzig Jahren beschlossen.

 

sgh. In seiner Festansprache gab Vereinspräsident Hanspeter Deuber manche Anekdote zu den ursprünglichen Vereinen preis, die er in alten Protokollen gefunden hatte. So seien im Jahr 1924 die Osterfinger um sieben Uhr morgens, in Erwartung guter Resultate aus dem Dorf in den im Blumenschmuck prangenden, wunderbaren Frühlingsmorgen Richtung Siblingen hinaus marschiert. „Die Fahne flattert unternehmungslustig im leichten Morgenwind, der Tambour schlägt wie wild auf das Kalbsfell, so dass alle Fenster des Oberdorfes mit verschlafenen Köpfen dekoriert werden“, hiess es weiter. Am Abend habe der Vorstand die Getreuen dann beim Schulhaus entlassen, die einen seien heim zur jungen Frau pressiert, die Alten hätten sich in den Hirschen begeben, um sich noch ein wenig dem Trunk zu widmen. Wie Hanspeter Deuber verriet, pflege der Verein diese Tradition alljährlich heute noch am Feldschiessen, allerdings ohne Tambour. Der 1646 erstmals urkundlich erwähnte Schützenverein Osterfingen ist etwas jünger als der Militärschiessverein Wilchingen, der bereits 1564 erstmals erwähnt wurde. Aus dieser Zeit zitierte Hanspeter Deuber einen Auszug aus den moralischen Vorschriften: „ Wer flucht, gibt 2 Schilling Buess, item welcher furzt oder chodert hat, der verfalt so oft das beschiit zu 3 Schilling Buess!“ Der Präsident merkte dazu an, dass er sich manchmal ernsthaft überlege, ob diese Regelung heute wieder eingeführt werden sollte.
Da bei beiden Vereinen die Schiessanlagen sanierungsbedürftig wurden, beschlossen die damaligen Vorstände, gemeinsam einen neuen Schiessstand zu realisieren. Die heutige Anlage auf Betten wurde gebaut und die Vereine fusionierten im Jahr 1973 zum Schützenverein Wilchingen/ Osterfingen. Das damalige Schützenstubenreglement der Gemeinde sah vor, dass die Schützenstube spätestens zwei Stunden nach dem letzten Schuss zu schliessen war. „Da kam es halt vor, dass mitten in der Nacht plötzlich ein Schuss fiel, so dass wir Reglements getreu weitere zwei Stunden sitzen konnten“, schmunzelte Hanspeter Deuber in seiner Festrede. Stets wurde die Schiessanlage modernisiert, zuletzt mit dem Einbau eines modernen Kugelfangsystems vor einem Jahr. Auch die Schützenstube erfuhr 2001 eine umfangreiche Renovation und steht seither immer zu allen Schiesszeiten offen für die Schützen, aber auch für alle anderen Gäste.
Aus dem Regierungsrat überbrachte Rosmarie Widmer Gysel die Glückwünsche, sei sie doch die nächste Nachbarin des Schützenhauses. „Der Gemeinsinn wird gestärkt mit der Einstellung zusammen zu arbeiten“, lobte die Regierungsratspräsidentin „so wie es die Vereine Wilchingen und Osterfingen vor vierzig Jahren getan haben.“ Gemeinderat Fritz Vögele rühmte den Verein wegen seiner Stabilität und Aktivität und überbrachte die Glückwünsche des Gemeinderates in Versform. Nebst den kurzweiligen Ansprachen kamen die Gäste der Jubiläumsfeier noch in den Genuss einer Waffenvorführung. Es war spannend, zu sehen, wie sich des Schützen Sportgerät bis heute entwickelt hat. Die technischen Details dazu wusste Fritz Ritzmann, der zusammen mit Diana Häfliger in unterhaltsamer Art durch den offiziellen Festakt führte. Musikalisch wurde das Programm von den Chläggi Musikanten umrahmt, die mit Böhmisch-Mährischen Musikstücken und Liedern zur Unterhaltung beitrugen. Die Jubiläumsfeier fand mit Unterstützung der BS Bank statt, die in ihrem 175. Jubiläumsjahr Vereine mit speziellen Projekten sponsert. Der gemütliche Anlass fand mitten in den Wettkampftagen des Blauburgunderlandschiessens statt.