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15.04.2013
Mord aus Liebe – Tatort Facebook

Mit einer grossartigen Mischung aus Tragik, Humor, Fantasie und Realität ist der Wiesbadenerin Christiane Geldmacher der erste „Facebook- Krimi“ gelungen. Sie stellte ihn im Rahmen der Erzählzeit ohne Grenzen, im Storchensaal Wilchingen vor.

 

sgh. Christiane Geldmacher lebt und arbeitet als Autorin, Journalistin und Lektorin in Wiesbaden. Für die Erzählzeit ohne Grenzen kam sie am letzten Dienstag nach Wilchingen und gab einen Einblick in ihr erstes veröffentlichtes Buch „Love@Miriam“. Selber bloggt, facebookt und twittert die Autorin, was sie auf die Idee des Romans gebracht hatte. Schauplatz der Geschichte, ein Krimi in dem natürlich auch ein Mord begangen wird, ist nicht etwa ein dunkler Hinterhof, nein, das soziale Netzwerk Facebook funktioniert als Bühne für das Geschehen. Um der Geschichte möglichst viel Echtheit zu verleihen, eröffnete die Autorin selber ein Konto bei Facebook und lernte so das virtuelle Leben in einem sozialen Netzwerk kennen - mit all seinen Tücken und Gefahren. Auf eigenen Erfahrungen basierend, agiert die Hauptfigur Harry Weingarten in der Geschichte. „Ich habe für das Schreiben des Buches nur zwei Monate gebraucht“, so Christiane Geldmacher, die einerseits fasziniert ist von der täglichen Fülle von Informationen, die Stoff bietet für Geschichten, aber auch erschrocken darüber, was für Gefahren die Nutzer ausgesetzt sind. „Seit ich bei Facebook bin, weiss meine Mutter, wann ich morgens aufstehe, wann ich online bin und ist beleidigt, wenn ich ihre Chatnachrichten nicht gleich beantworte.“
Das Buch schildert das Leben eines dreissigjährigen, von der grossen Liebe seines Lebens verlassenen Angestellten, der in einem kleinen Unternehmen, dass Drucker verkauft und Patronen wiederbefüllt sein Dasein fristet. Auf Facebook ist er mit seiner Verflossenen Miriam und mit ihrem „Neuen“ Ben, befreundet und entwickelt sich zum Stalker der Beiden, zuerst nur in der virtuellen, dann aber auch bald in der realen Welt. Im Verlaufe der Geschichte verschwimmen die Grenzen zwischen der Realität und dem Leben im Facebook immer mehr und es kommt schliesslich zu einem Mord. Der Ausgang der Geschichte wurde von der Autorin natürlich nicht verraten, dafür hatte sie im Anschluss an die Lesung alle Hände voll damit zu tun Bücher zu signieren, die die Zuhörer gekauft hatten, um den Schluss zu erfahren. Kulturreferent Fritz Vögele bedankte sich bei Christiane Geldmacher für den spannenden und trotz aller Tragik der Geschichte amüsanten Abend. Denn es ist der Autorin bestens gelungen, trotz aller Ernsthaftigkeit zum Thema, die Geschichte so zu verpacken, dass der Leser immer wieder schmunzeln und sich amüsieren kann. In der Hoffnung es gebe eine Fortsetzung der Geschichte, übergab Fritz Vögele der Autorin als inspirierendes Hilfsmittel dazu eine Flasche Dichterwii.