Gemeinde Wilchingen



News

24.11.2011
Wilchinger Chilbi & Markt

Trotz fortgeschrittenem Alter, immer noch attraktiv

Die Jahrhunderte alte Tradition der Chilbi und des Marktes, wurde auch in diesem Jahr gebührend gefeiert. Die Wilchinger freuten sich mit vielen Besuchern über ihre zwei schönsten Tage im Jahr.

 

sgh. Die höchsten Feiertage im Dichterdorf zogen viele Besucher aus Nah und Fern an. So viele „Heimweh- Wilchinger“ wie an der Chilbi und am Markt, sieht man selten auf der Hauptstrasse und sie können bestätigen: „ S isch immer no gliich schön wie früener“. Tatsächlich kommen die einen Händler immer noch, seit Jahrzehnten, hier her und bieten ihre Ware an. Der Textilhändler vor dem Storchen beispielsweise, ist vom Markt nicht wegzudenken. Ob in der heutigen Zeit tatsächlich noch Unterwäsche und Pyjamas am Markt erstanden werden? Wo doch mit einem Klick alles online zu haben ist? Oh ja. Es gibt sie auch in der heutigen Zeit, die Markttraditionen in den Familien. So kauft eine Mutter jedes Jahr an diesem Stand ihren Buben ein neues Pyjama auf dem Heimweg. Oder im Märithüüsli, das Jahr für Jahr aus Brienz zum Wilchinger Markt anreist, dort kauft eine andere Frau die Strumpfhosen für die Kinder, weil sie die besten seien. Für die Kinder aus der Stadt ist der Markt ein ganz besonderes Erlebnis. „Bis zur Dorfmitte hatten wir fast eine Stunde, denn die Buben mussten auf jeden ausgestellten Traktor klettern“, erzählt eine Besucherin aus Schaffhausen. Zuoberst im Dorf, bei der Reitschule, verzichtete der grössere von den beiden sogar auf eine Fahrt, denn auf den Traktoren ist es viel spannender. Der neue Fahrgeschäftsbetreiber machte seine Sache ganz gut. Eine etwas kleinere Reitschule reichte aus, Wartezeiten gab es trotzdem keine und die kleinen Kinder hatten ihren Spass. Allerdings war dieser Spass von etwas kurzer Dauer, keine Minute verstrich bevor es wieder hiess: „ und wieder geht eine schöne Fahrt zu Ende.“  Auch auf dem Autoscooter, der gleich gross war, wie der alte,  waren die Fahrten etwas eng bemessen und der Chilbibatzen war im Nu aufgebraucht. „Na ja, sie brauchen dafür keine Windeln mehr“, rechnete ein Vater nach, bei dem die Kinder erneut ein Zehnernötli erbettelten. Erstaunlicherweise war die Warteschlange vor dem Büchsenwerfen, das am Chilbisonntag angeboten wurde, länger, als die vor den Schaltern der Fahrgeschäfte. Ob es das Bonbon war, das es zu gewinnen gab, oder halt einfach der Spass, der die vielen Kinder animierte mitzumachen? Die engagierte junge Frau, die den Stand betreute, spendete den Gewinn einer Organisation für Kinder. Die Chilbi war in diesem Jahr allgemein viel attraktiver gestaltet als in den vergangenen Jahren. Es war Leben im Dorf, dank der vielen Stände, die schon am Sonntag offen waren. Die Besucherzahl war bedeutend höher und die vielen Gäste dankbar für die Beizli, die gut beheizt zum Aufwärmen einluden. In der Kaffee- und Weinstube im Rötiberg lockte nebst einer warmen Stube zusätzlich die Adventsausstellung der Landi frierende Gäste an. Eine weihnachtlich, wohlige Stimmung wurde vom Team gezaubert, in der man gerne etwas verweilte.

Am Montag, kamen die Schüler und Lehrer dem Wunsch der Gemeinde nach, sich am Markt aktiv zu beteiligen. Mit einer Schülerbeiz wollten die Jugendlichen aus der Orientierungsschule Hot Dogs und Getränke zu günstigen Preisen anbieten. Im Erker fanden die Schüler eine tolle Lokalität, die sie hübsch dekorierten und einrichteten. Allerdings blieb der grosse Ansturm aus, da keine freie Lücke zwischen den Marktständen, vor dem Eingang zu finden war. Vor der Beiz machten sich die Händler breit und man musste bis zur Metzgerei hinunter laufen um dann hinter den Marktständen entlang zum Eingang zu gelangen. Wer nicht wusste, wo die Schülerbeiz war, der hat sie nicht gefunden, da sie einfach nicht zu sehen war. Lehrpersonen und Schüler, die in ihrer Freizeit alles organisiert haben, zeigten sich darüber verständlicherweise wenig erfreut. Von Seiten der Gemeinde war zu hören, dass ihnen der Standort von den Verantwortlichen der Schule zu kurzfristig angegeben worden war, so dass man keinen Zugang mehr schaffen konnte, da die Standeinteilung bereits vorgenommen war. Wie auch immer, das war sehr schade und stiess auch bei einigen Eltern der Schüler auf wenig Verständnis.

Im Allgemeinen darf man sagen, dass die Chilbi und der Märkt, so alt sie auch sind, immer noch attraktiv und modern daher kommen und ihre bezaubernde Wirkung auf die vielen Leute, die sie besuchen weiterhin ausüben.