Gemeinde Wilchingen



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19.11.2012
Ein Hauptübung voller Überraschungen und einem Abschied

Die diesjährige Hauptübung der Feuerwehr Wilchingen, war zugleich die letzte des Kommandanten Hans-Walter Gysel, der nach acht Jahren das Kommando an Daniel Stoll übergeben wird. Die Verabschiedung des beliebten Kommandanten, der insgesamt vierunddreissig Jahre in der Feuerwehr diente, stand nach dem Übungsbetrieb im Zentrum. 

 
sgh. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, freute sich Feuerwehrkommandant Hans-Walter Gysel nach der Hauptübung der Feuerwehr Wilchingen am vergangenen Samstag. Erfolgreich wurden alle gesetzten Ziele erfüllt. Die Rettungen der fünf Figuranten wurden ausgeführt, eine vermisste Person gefunden, ein Brandübergriff auf Nebengebäude verhindert, der Brandherd in der Tiefgarage des Mehrfamilienhauses gefunden und gelöscht. Der Verkehr auf der Hauptstrasse wurde richtig umgeleitet und alle Verwundeten erfolgreich von den Sanitätern und der Rettung Schaffhausen versorgt. „Am meisten freut mich, dass die Hallauer Kollegen meine Mutter aus dem zweiten Stock gerettet haben“, so Hans-Walter Gysel „ es geht ihr gut, sie will noch in die Reben.“ Agnes Gysel stellte sich als Figurantin zur Verfügung und wurde mittels der Drehleiter vom Feuerwehrverband „hot“ vom Balkon gerettet. „Ich war froh, als ich wieder unten war. Wenn ich mich nicht hätte darauf vorbereiten können, dass ich das machen soll, weiss ich allerdings nicht, ob ich so einfach eingestiegen wäre“, meinte die Mutter des Kommandanten nach ihrem Ausflug in luftiger Höhe. Nach der erfolgreichen Übung wurden die zahlreichen Zuschauer, die sich das Spektakel aus der Nähe ansehen wollten, vom Kommandanten zu einem Apéro eingeladen, den seine Familie anlässlich seiner letzten Hauptübung ausrichtete.

Das anschliessende Essen im Gemeindehaus war ebenfalls ganz geprägt vom Abschied des allseits beliebten Kommandanten. Andreas Rickenbach vom Feuerwehinspektorat, kam persönlich nach Wilchingen, um Hans-Walter Gysel für seine geleisteten Dienste zu danken. „Die Feuerwehr Wilchingen hatte in dieser Zeit mehr gegen Öl, Wasser und Eis zu kämpfen, als gegen Feuer“, bemerkte der Gast aus Schaffhausen, dem in der Statistik vor allem der Einsatz „Vollmond“, der im vergangenen Jahr stattfand, auffiel. Gemeinderat Fritz Vögele überbrachte den Dank der Gemeinde Wilchingen für die vergangenen acht Jahre hervorragende Kommandoführung an den Abtretenden und hiess den neuen Kommandanten, Dani Stoll, in seinem Amt herzlich willkommen. Dabei wurde er von einem Feuerwehrhorn plötzlich unterbrochen und eine „antike“ Feuerwehr verschaffte sich Eintritt in den Saal. Mit alten Uniformen bekleidet, suchte der Männerchor Wilchingen nach dem neusten Vereinsmitglied. „Ich habe Hans-Walter gefragt, ob er dem Männerchor beitrete“, verkündete Vereinspräsident Hansueli Rüeger „ daraufhin hat er gesagt, ja, wenn ich dann nicht mehr in der Feuerwehr bin.“ Mit drei Liedern unterhielt der Chor die Gesellschaft, natürlich unter Mithilfe des vielleicht neuen Mitgliedes, der sich über die Überraschung sichtlich freute. „Ich habe heute mit vielem gerechnet, aber mit dem nicht“, bedankte sich HWG beim Männerchor für seinen Auftritt.

Im Jahresrückblick liess der Kommandant die acht Einsätze seit der letzten Hauptübung nochmals Revue passieren. Zu schmunzeln gab, der von den Wehrleuten genannte „Aspirin- Einsatz“, der nicht etwa am Tag nach der letzten Hauptübung stattfand, sondern morgens um zwei in einem Pflegeheim. Ein Patient hatte, statt auf die Klingel der Schwester, den Feuerwehralarm gedrückt. Der Patient war wohl etwas erstaunt darüber, dass statt der Schwester, die Feuerwehr kam, er hatte doch nur Kopfschmerzen… „Seit diesem Einsatz habe ich immer ein Aspirin in der Uniform dabei“, scherzte der Kommandant. Nach dem Jahresrückblick übergab Hans-Walter Gysel das Wort und die Kommandanten-Patte, seinem Nachfolger, Dani Stoll. Dieser musste, nebst dem Kommandanten, noch ein weiteres, treues Feuerwehrmitglied aus dem Dienst verabschieden.

Für dreissig Jahre Feuerwehrdienst wurde Christoph Kubli gedankt, dessen liebste Einsätze, nach eigenen Angaben, das Dachrinnenputzen entlang der Hauptstrasse waren. „Wenn man dann auf Höhe Sunneberg war, konnte man sich immer auf einen Apéro freuen“, so Kubli. Der schwierigste Einsatz sei für ihn der, bei einem Unfall eines Feuerwehr-Kameraden gewesen, der ein paar Jahre zurückliegt und glücklicherweise gut ausgegangen sei.

Hans-Walter Gysel liess seine Feuerwehrzeit mittels Powerpoint- Präsentation Revue passieren. In Bild und Wort wurden die vielen lustigen, aber auch traurigen Momente in dieser Zeit veranschaulicht. Unfälle, die gut ausgingen, aber auch solche, die tragisch endeten gehörten dazu, wie auch das Spalierstehen an unzähligen Hochzeiten von Kameraden, oder das Abfeuern der letzten Alarmrakete.