Gemeinde Wilchingen



News

05.02.2019
Harmonisierte Rechnungsmodell 2

Das neue «Harmonisierte Rechnungsmodell» (HRM2)

Das HRM2 ersetzt das aktuelle Harmonisierte Rechnungsmodell (HRM1), das Anfang der 1980er-Jahre eingeführt wurde. Dabei handelt es sich nicht nur um ein simples Lifting des aktuellen Systems.

Das neue Rechnungslegungsmodell nähert sich der Privatwirtschaft an und soll damit ein wirksameres Arbeitsinstrument für Behörden und Verwaltung werden und dem Anspruch der Steuerzahlenden nach erhöhter Transparenz entsprechen. Bereits in diesem Jahr wird der Prozess des Budgets 2020 auf dem neuen Rechnungsmodell basieren. Dadurch wird natürlich im Übergangsjahr ein direkter Vergleich mit früheren Budgets, später auch Rechnungen, erschwert. Was beinhaltet HRM2? Eingeführt wird ein neuer Kontenrahmen inklusive neuer Instrumente wie die Anlagebuchhaltung, die Geldflussrechnung sowie die ausgebaute Berichterstattung zur Jahresrechnung.

Das bestehende System der harmonisierten Abschreibungen auf dem Restbuchwert des Verwaltungsvermögens wird ersetzt durch ein Abschreibungssystem nach Lebensdauer der Anlagegüter. Die bereits bekannten Abschreibungen wurden per Ende 2018 von der Finanzverwaltung auf die neuen Vorgaben der Finanzhaushaltverordnung angepasst und vom Gemeinderat abgesegnet. Zurzeit wird dieser Beschluss vom Kanton geprüft. Daraus wird ein Bericht und Antrag an die Gemeindeversammlung vom Juni 2019 erfolgen. Die Anpassung des Abschreibungsmechanismus wird zu einer willkommenen momentanen Entlastung der Gemeinderechnung führen. Das neue Rechnungsmodell definiert auch neue Ansprüche an die Revision der Gemeinderechnung, die neu von einer «professionellen» Stelle ausgeführt werden soll. Grundsätzlich würde damit die Geschäftsprüfungskommission von der abschliessenden Rechnungsprüfung entlastet, es sei denn, eines ihrer Mitglieder verfügt nachweisbar über ausreichende Kenntnisse über den Gemeindefinanzhaushalt, das Rechnungswesen und die Revision von Gemeinderechnungen. Das könnte in unserer Gemeinde durchaus gegeben sein.

Zur Vorbereitung auf das neue Rechnungsmodell sind noch die Verkehrswerte von Liegenschaften, Grundstücken und Finanzanlagen zu aktualisieren und die Aktivierungsgrenzen für Nettoinvestitionen und die Wesentlichkeitsgrenzen für Rückstellungen festzulegen und der Gemeindeversammlung zu beantragen. Dazu kommen noch die Definition des mittelfristigen Ausgleichs der Erfolgsrechnung und das Festlegen des Grenzwerts für Rechnungsabgrenzungen. Beides liegt in der Kompetenz des Gemeinderates.